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Alt 19.08.2009, 14:58   #1
Downi
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Pfeil Anglizismen im deutschen Sprachgebrauch

Hallo

Gerade bin ich über einen witzigen Werbespot vom PONS-Verlag gestolpert.

Da sieht man mal, was Anglizismen alles anrichten können.

Ich versuche, sie so gut es geht zu vermeiden und verwende englische Begriffe eigentlich (bewusst) nur für technische Begriffe.

Liebe Grüße,
Downi
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Alt 19.08.2009, 15:14   #2
Finiel
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Schön wäre es, wenn die Leute die englischen Wörter wenigstens richtig aussprechen würden...was die Dame im Spot nicht tut. Dann ist der Wurstkäs schneller da, als man denkt

So schnell diese Begriffe gekommen sind, so schnell werden sie auch wieder verschwinden. Ich meine einen leichten Wechsel wieder hin zu deutschen Wörtern bemerkt zu haben, was jedoch (ich vermute mal) vielleicht daher kommt, dass deutsche Wörter im Ausland populär sind.

Übrigens lese ich gerade in meinem Buch (welches ich eigentlich für meine Hausarbeit benutzen wollte...), dass das Deutsche von allen germanischen Sprachen noch am konservativsten ist, dh. vergleichsweise mit anderen germanischen Sprache wenige Veränderungen hat(te).

Naja, ich benutze keine Anglizismen, wenns nicht nötig ist. Allerdings schrei ich auch nicht danach, dass das Deutsche ausstirbt, immerhin beinhaltet es so viele Fremdwörter und nennt sich trotzdem "Deutsch".
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Alt 19.08.2009, 15:23   #3
Downi
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Zitat:
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So schnell diese Begriffe gekommen sind, so schnell werden sie auch wieder verschwinden. Ich meine einen leichten Wechsel wieder hin zu deutschen Wörtern bemerkt zu haben, was jedoch (ich vermute mal) vielleicht daher kommt, dass deutsche Wörter im Ausland populär sind.
Das Englische wird eben auch vielfach dazu eingesetzt, um die Vermarktung von Produkten heranzutreiben, weil es vermutlich jung, modern und "stylisch" ist und demenstrechend vor allem die jüngeren Generationen ansprechen soll.

Manchmal kommt dabei allerdings ein dermaßen großer Topfen (zu Deutsch: Quark ) raus, dass es nur noch weh tut.

Spätestens dann, wenn man in der Werbung etwas von "smoother Haut" hört...

Mich stört der leichtsinnige Umgang mit Denglisch und je nach Ausmaß der Verwendung kann ich meinen Gegenüber dann auch nicht mehr ernst nehmen. Was mir deshalbt gut gefällt, ist das Italienische. Natürlich werden auch hier Begriffe übernommen, allerdings werden sie entsprechend den grammatikalischen Charakteristika oder "Sprachkonventionen" entsprechend importiert, was auch die Aussprache betrifft. Man versucht aber in der Regel, passene Übersetzungen zu finden, wie es - soweit ich richtig informiert bin - auch im Französischen üblich ist. Hier macht man sich selten diese Mühe.
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Alt 19.08.2009, 15:53   #4
Finiel
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In meinem schlauen Büchlein stand dazu, dass Deutsch sich eben wegen seiner Grammatik so anbietet, andere Sprachen einfließen zu lassen. Andersherum ist es schwieriger, da ja Englisch zb. deutlich reduziertere Grammatik hat.
Und wir können einfach smothe Haut sagen, die smothste Haut, usw. (Hilfe )
"Erb und Fremdwortschatz sind miteinander kompatibel, Fremdmorpheme im Deutschen produktiv" (dh. ich kann Fremdwörter mit deutschen Endungen wie "-ieren", "-heit", "-ist" kombinieren).

Englisch ist vielleicht gut für fetzige, kurze Werbesprüche, aber Deutsch ist für mich noch immer die Sprache der Dichter und Denker. Für mich klingen zb. deutsche wissenschaftliche Artikel viel gehobener und überlegter als Englische. Aber ich mag ja auch Latein.
Für andere ist es sicherlich einfacher, nicht so viel Grammatik anwenden zu müssen, und nur ein englisches "to" anstatt zu, in, nach zu haben
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Alt 19.08.2009, 16:21   #5
Mabra
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Über die deutsche Sprache im Ausland habe ich gerade gestern einen Bericht gelesen.

So viel Deutsch spricht man im Ausland

Manchmal merke ich das Denglische schon gar nicht mehr, wenn ich es selber spreche. Viele meiner Freundinnen begrüßen mich mit "Hi" oder finden es "cool".
Ich versuche trotzdem oft, mich in unserer Sprache auszudrücken, aber ganz kann ich z.B. das Posten auch nicht.
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Alt 19.08.2009, 16:39   #6
Finiel
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"Posten" ist ja auch nicht sooo Englisch, man spricht ja nur das o anders aus. (wenn man Englisch-Standard redet)
Wäre auch etwas blöd, wenn man zwischen (Brief)Post und (Internet)Post nicht unterscheiden könnte in der Aussprache.

Übrigens hab ich auch immer im Polnischen Probleme mit Lehnwörtern aus dem Deutschen, da ich nie weiß, ob die Polen das dt.Wort jetzt wirklich benutzen oder nur meine Familie das tut.
Oft existieren auch zwei Formen nebeneinander, wie zb. "kartofel" und "ziemniak" (~Erdling also dem Erdapfel entsprechend).

Naja, wenn man weiß, dass es auch Exporte gibt, regt man sich vielleicht nicht über die viele Sprachimporte auf
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Alt 19.08.2009, 18:32   #7
Cyberschreck
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Hier ist ein Link zu Wikipedia, unter dem man eine Liste deutscher Wörter im Englischen finden kann:

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_d..._im_Englischen

Genau wie Finiel glaube ich auch, dass ein Rückwärtstrend zur deutschen Sprache- selbst in der Werbung - stattfindet.
Aber abgesehen davon hat schon immer ein Sprachaustausch stattgefunden -
nur nicht in der Geschwindigkeit wie heute, wo unsere Welt immer kleiner wird und es kaum mehr ein großes Problem ist mit der ganzen Welt per Internet zu kommunizieren.
Ein Trost vielleicht: die Sprache der Angeln, Sachsen und Jüten stand auch unter Fremdeinflüssen.
Das Englische hat zwar nur wenige keltische Lehnwörter übernommen. Aber
durch dänische und norwegische Einwanderungen gibt es auch skandinavische Elemente. Noch stärker war der Einfluss des Lateinischen und - nicht zu vergessen der französische Einfluss seit der Eroberung Englands durch die Normannen.
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Alt 03.03.2010, 16:16   #8
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die deutsche bahn will anglizismen abschaffen. es herrscht also allgemeines chaos bei der bahn. nicht nur in sachen pünktlichkeit.

Zitat:
Zitat von n-tv
Auslöser der Rückbesinnung auf die deutsche Sprache ist offenbar der Ärger eines bayerischen Schulleiters über die Einrichtung einer Kiss&Ride-Zone am Straubinger Bahnhof. Der Unmut erreichte schnell den Wahlkreisabgeordneten Hinsken, spätestens als die Straubinger Lokalzeitung titelte: "Hinsken für Kiss & Ride". Zahlreiche Bürger glaubten, der Abgeordnete plädiere für ein Rotlichtviertel statt für eine Kurzzeit-Parkzone. Daraufhin wandte sich Hinsken an den Bahnchef.


hier noch ein anderer artikel vom focus.


ich bin gespannt wie schnell und wie stark dort durchgegriffen wird. man braucht sich ja nicht wundern, wenn sich ältere menschen gar nicht mehr trauen alleine irgendwohin zu reisen - sie verstehen die sprache in ihren eigenen land nicht mehr.
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Alt 03.03.2010, 18:50   #9
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Vor gar nichjt soo langer Zeit hatte das Unternehmen "Die Bahn" ihre zahlreichen denglischen Begriffe damit begründet, daß man international sein müsse.
Nun die Kehrtwendung:"Wir sind ein Unternehmen in Deutschland und sprechen selbstverständlich Deutsch".
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Alt 04.03.2010, 19:33   #10
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Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung!

Diese englischen Begriffe können sich auch meist gar nicht durchsetzen. Hier wurde z.B. vor ein paar Jahren die "ecard" eingeführt, viele sagen trotzden "E-Karte" dazu. Keine Ahnung, warum wir in einem deutschsprachigen Land sowas wie eine "ecard" brauchen...
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Alt 04.03.2010, 21:02   #11
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Was ist denn eine ecard?
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Alt 04.03.2010, 21:49   #12
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Die e-card ersetzt hier die Krankenscheine. (nähere Infos dazu hier)
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Alt 04.03.2010, 22:23   #13
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also e card finde ich ja mehr als fragwürdig. damit verbinde ich eigentlich nur elektronische grußkarten via email.

hier heisst das chip- karte oder kranken-/versichertenkarte.
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Alt 05.03.2010, 15:18   #14
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Wundert mich nicht, dass die Leute E-Karte sagen. Werden sicherlich nicht alle i-card aussprechen, sondern e-card, und da ist es nicht weit zur E-Karte.
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Alt 05.03.2010, 17:14   #15
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Wohl wahr, Finiel.
Denglisch spechen die meisten Deutschen recht gut. *schauder*
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Alt 08.04.2010, 08:19   #16
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Gestern ging ich bei einer Konditorei vorbei und vor dem Eingang stand ein Schild mit der Aufschrift "Cafe to go".
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Alt 08.04.2010, 17:51   #17
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Zitat:
Zitat von Downi Beitrag anzeigen
Gestern ging ich bei einer Konditorei vorbei und vor dem Eingang stand ein Schild mit der Aufschrift "Cafe to go".
was ist denn das? "itenglisch oder "frenglisch"
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Alt 08.04.2010, 18:52   #18
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Ich weiß es nicht, vielleicht war es aber auch Denglisch, insofern sie das Kaffeehaus meinen...
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Alt 10.04.2010, 21:09   #19
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Ein paar lustige Karikaturen zum Thema:
http://vds-ev.de/anglizismenindex/karikaturen.php
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Der Beitrag ist ja köstlich. ,
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Alt 11.05.2010, 07:53   #21
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Zitat:
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Der Beitrag ist ja köstlich. ,
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den beitrag kann ich ohne zugang zum hamburger abendblatt nicht lesen
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Alt 11.05.2010, 12:40   #22
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Das ist ja komisch.
Wenn man die Seite aufruft, kann man den Artikel lesen. Postet man den Link, muss man sich einloggen.

Ich kopiere ihn mal hierher:
Zitat:
Zitat von Hamburger Abendblatt
Ob Sie's glauben oder nicht, Leser K. hat sich tatsächlich die Mühe gemacht, dem Ministerpräsidenten eines Bundeslandes (den Namen behält er diskret für sich) einen kritischen Brief wegen dessen Verwendung englischer Ausdrücke in einem Rundfunkinterview zu schreiben, und er hat sogar eine Antwort bekommen. Zitat: "Daher führen Begriffe wie free-tv oder events gerade bei der jüngeren Generation zu einer besseren Verständlichkeit als die deutschen Bezeichnungen."
Auch wenn man annehmen darf, dass der namenlose Ministerpräsident diesen Antwortbrief nicht selbst verfasst, sondern von einem Referenten hat formulieren lassen - es ist schon erstaunlich, mit welcher zukunftweisenden Geste deutsche Amtspersonen sich zur Abschaffung ihrer Muttersprache bekennen.
Denn darauf läuft es doch hinaus, wenn man wegen der "besseren Verständlichkeit bei der jüngeren Generation" auf die deutschen Bezeichnungen einfach verzichtet und den grassierenden Anglizismen den Vortritt lässt. So wird der deutsche Wortschatz langsam, aber sicher zur aussterbenden Art. Auch Wörter sterben.
Die Kaltmamsell zum Beispiel. "Sie richtete Häppchen, schnitzte aus Gurken und Radieschen kleine Kunstwerke und füllte Schinkenröllchen mit Eiertunke (neudeutsch: Mayonnaise)", so beschreibt Bodo Mrozek den Job der Kaltmamsell in seinem amüsanten, zweibändigen "Lexikon der bedrohten Wörter" (bei Rowohlt). Dieser Job wird "neuerdings hochtrabend unter Catering, schlimmer noch: Event-Catering subsumiert". Ja, und Häppchen gibt es eigentlich auch nicht mehr. So was heißt heute Fingerfood. Und wenn der Geisterschreiber jenes Ministerpräsidenten für die Kaltmamsell einen zeitgemäßen Ausdruck finden sollte, dann würde er sie wohl zur "Managerin im Kompetenzteam Fingerfood" machen. Dabei ist die Mamsell (Sie ahnen es gewiss schon, liebe Leser) eine eingedeutschte Mademoiselle, also französischen Ursprungs.
Was die Übersetzung grassierender Anglizismen ins Deutsche angeht, hat die "Aktion Lebendiges Deutsch" vor einiger Zeit mal um Vorschläge zur Übersetzung des Wortes Single ins Deutsche gebeten. Darunter waren, außer dem eher nahe liegenden Alleinstehenden, der Fürsich, der Einzler und der Alleini.
Ob Sie's glauben oder nicht, Herr Ministerpräsident, deutsche Wörter können nicht nur verständlich, sondern sogar vergnüglich sein. Wie die Kaltmamsell.
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